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Premiere am 29. Februar 2017

Die Elfe und das Sonnen-Ei



SZ- Extra vom 26. Januar 2017

Immer der Orange nach
Figurentheater: Die Reise der kleinen Elfe in der Pasinger Fabrik
Kein Vogel im Wald muss sich Sorgen machen, wenn eines seiner Eier verloren geht- denn die kliene Elfe findet es auf jeden Fall und bringt es den eltern zurück. Eines Tages aber entdeckt sie ein merkwürdiges Ei: Es ist leuchtend orange, genau wie die Sonne. Kann es etwa sein, dass die Sonne ihr Ei verloren hat? Wichtl der kleine Freund der Elfe, glaubt hingegen, dass es sich um das Ei eines „Feuerdrachen“ handelt. Und das will er behalten! „Die Elfe und der Wichtl spiegeln die Konflikte wieder, die Kinder kennen: Sie agieren wie große Schwester, kleiner Bruder: Die eine ist schon vernünftiger, der andere will eher nur seinen Willen durchsetzen, sagt Stefanie Hattenkofer. Die Puppenspielerin zeigt am Sonntag die Premiere ihres FigurenTheaterstücks „Die Elfe und das Sonnen-Ei“. Und, wer setzt sich nun durch in dem Konflikt? „Keiner von beiden- denn ich komme hinzu und esse die Orange einfach auf!“, sagt die Puppenspielerin und lacht. So beschließt die Elfe also, ins „Land der Sonne“ zu reisen, um dort weitere Orangen zu finden. Auch Stefanie Hattenkofer ist mit ihren Stücken schon weit gereist. Nach ihrem Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart gründete sie 1998 ihr eigenes Figurentheater, seitdem war sie in Deutschland, aber auch in China, Polen, Dänemark, Holland und Österreich unterwegs. Rund 100 Figuren hat sie gebaut und auf dem heimischen Dachboden in Prien am Chiemsee in alten Koffern gelagert- für jedes Stück einen eigenen. Einmal, da hatte sie versehentlich den falschen Koffer dabei. „Das war natürlich ein Fiasko, als ich das feststellte“, sagt sie. Geholfen hat ihr damals ihr Vater.Der wohnt glücklicherweise im selben Ort, kam gerade noch rechtzeitig mit dem richtigen Koffer zum Aufführungsort nachgefahren. Damit so etwas nie mehr passiere, habe sie mittlerweile zur Kennzeichnung verschiedenfarbig Bänder an jeden Koffer geklebt.
(Barbara Hordych)





Ich spiele gerade bei einem sehr schönen skurielen Stück für Erwachsene im Stadttheater Ingolstadt mit.
Hier die Kritik aus dem Donaukourier vom 12./13. März 2016:

Im Rausch der Geschichten


Stefanie Hattenkofer hat bizarre Figuren für die Ingolstädter Theaterproduktion „Die Reise nach Petuschki“ gebaut – und spielt selbst mit
Von Anja Witzke
Ingolstadt (DK) Blaue, hervorquellende Augen über einer aufgeblähten Nase, narbenpockiges Gesicht, kahl geschorener Schädel. Daneben: ein jüngeres Abbild, zwei Kopf größer, mit strähnigen Haaren und blödem Blick. Und gegenüber ein fremdes Paar von frappierender Ähnlichkeit mit Baskenmütze und Schnurrbart. Solcherart ist die Reisegesellschaft im Zugabteil nach Petuschki. Auf den ersten Blick keine angenehmen Zeitgenossen. Und doch kommt man ins Gespräch und bald trinkt man zusammen und vertreibt sich mit Gesprächen die Zeit bis zur Ankunft. Am Ende ist Wenja tot. Und die sonderbaren Mitreisenden waren nichts anderes als Kopfgeburten, Alkoholnebel- geister, verzerrte Bilder des Deliriums. Peter Greif brilliert als Wenja in dem russischen Kultroman „Die Reise nach Petuschki“ von Wenedikt Jerofejew, den Stadttheaterintendant Knut Weber auf die Bühne des Studios gebracht hat. Er hat sich entschieden, die Figuren, die der Protagonist halluziniert, von Puppen spielen zu lassen und hat dafür die Puppenbauerin Stefanie Hattenkofer (41) engagiert. Sie ließ sich sofort von der Produktion begeistern, denn: „Man kann für Erwachsene auch mal schielende und schräge Figuren bauen, nicht nur knuffige und sympathische wie für Kinder.“ Sie hat nicht nur all diese Wesen für die „Reise nach Petuschki“ erschaffen, sie agiert auf der Bühne und führt die Puppen. Auf ganz unterschiedliche Weise – so unterschiedlich die Figuren eben sind. Die Männer im Zugabteil – versoffene Jackenmonster – schälen sich beispielsweise aus scheinbar vergessenen Kleidungsstücken, die an Garderobenhaken hängen oder sich im Eck zusammenknüllen. „Dafür habe ich mit Luisa Rienmüller im Kostümfundus erst mal Mäntel, Strickjacken und alte Pullis gesucht“, erzählt Stefanie Hattenkofer. „Angefangen habe ich mit den zwei Bärtigen. Da habe ich einen Schal von mir verarbeitet – dessen Fransen sich für Schnurrbärte geradezu anboten.“ Dagegen werden die Erinnyen – drei kleine Gespensterköpfe in einem sepiafarben beleuchteten Häkelgespinst – wie Marionettenan Kreuzen geführt. Ab und an tauchen zwei Englein auf – Wenjas Gewissen –, die sich Stefanie Hattenkofer auf die Daumen steckt. „Es gab in Russland einen legendären Puppenspieler namens Sergei Wladimirowitsch Obraszow. Er hat sehr viel mit Handschuhen und Köpfen darauf gespielt. Ich fand es schön, dass so etwas ,Russisches‘ mit reinkommt“, erklärt Stefanie Hattenkofer. Und dann gibt es noch Wenjas Geliebte in Petuschki, die sich hier blutrot als gruseliger Vamp aus einer Matroschka windet. Regisseur Knut Weber ist von ihrer Arbeit begeistert: „Die Figuren sind großartig. Denn Stefanie hat den Charakter der Romanfiguren su- pergenau getroffen – vor allem in ihrer Ambivalenz: Einerseits sind die Figuren total sympathisch, freundlich und liebevoll, auf der anderen Seite haben sie etwas Gewaltsames, das in dem Schlussbild auch erzählt wird.“ Gibt es ein Material, das sie bevorzugt für ihre Figuren? Stefanie Hattenkofer schüttelt den Kopf. „Es muss seine Berechtigung haben.“ Bei jedem neuen Stück überlegt sie, was die Figur können und wie sie sich bewegen muss, ob es eine direkt geführte Figur sein soll oder ob sie nach Abstand verlangt. Für ihr aktuelles Kinderstück beispielsweise, „Die Fiedelgrille und der Maulwurf“ nach einem Kinderbuch von Janosch, hatte sie zunächst eine filigrane Grille aus lauter Regenschirmgelenken gebaut. Doch dann stellte sich beim Proben heraus, dass mehr Abstand vonnöten ist – weil die Grille ja ein Instrument spielt. Die Saiten der Geige korrespondierten wiederum sehr gut mit Marionettenfäden. Deshalb baute Stefanie Hattenkofer eine neue Figur - diesmal als Marionette. „Das war viel stimmiger. Später, wenn die Grille nicht mehr fliegen kann, hat sie keine Fäden mehr. Denn es fehlt ihr auch dieses Schwerelose. Sie ist dann eine geerdete Figur, die direkt geführt wird. Ganz viele Leute sehen das nicht, weil die Figuren sehr ähnlich aussehen. Aber man spürt es.“ Rund 100 Figuren hat sie in ihrem Leben gebaut. Sie alle lagern in alten Koffern auf dem Dachboden des Hauses in Prien am Chiemsee, wo Stefanie Hattenkofer mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern (7 und 9 Jahre) wohnt. Ihre Eltern wohnen im Ort. „Für so einen Job braucht man eine flexible Oma.“ Pro Stück – ein Koffer. Mittlerweile sind sie mit verschiedenfarbigen Bändern gekennzeichnet. Denn Stefanie Hattenkofer erinnert sich mit Schrecken an ein Gastspiel, beidem sie den falschen Koffer eingepackt hatte. Ein Anruf zu Hause – und ihr Vater spielte den rasenden Kurier und rette den Auftritt. Die Begeisterung für das Puppenspiel reicht schon lange zurück. Mit fünf Jahren bekam Stefanie Hattenkofer eine Ma- rionette geschenkt. Später baute sie selbst welche – auch in der Schule. Und wählte das Thema für ihre Facharbeit in Kunst. Sie studierte an der Hochschule für Musik und dar- stellende Kunst in Stuttgart, machte verschiedene Assistenzen und gründete 1998 ihr eigenes Figurentheater. Gast- spielreisen führten sie durch die ganze Republik, aber auch nach China, Polen, Dänemark, Hol- land und Österreich. Darüber hinaus wirkte sie bei Produktionen im Bayerischen Nationaltheater oder bei den Salzburger Festspielen mit. Alles in allem: „Der tollste Job der Welt.“ Vor allem schätzt sie ihre Freiheit: „So kann ich Stücke machen, von denen ich denke, dass die Welt sie braucht.“ Wie die Geschichte von der Fiedel- grille, auf die sie stieß, als ihr Sohn begann, Geige zu lernen. Schon das Instrument begeisterte sie: die Stege, der Wirbelkasten, die Schnecke. „Das waren optisch so schöne Dinge, so sinnlich.“ Von einer befreundeten Gei- genbauerin bekam sie ein paar Teile – die nun als Figuren im Stück mitwirken. Denn in ihrer Geschichte muss die Grille aus einem Land fliehen, in dem ein neuer König die Musik verbietet – und alle Instrumente zerstören lässt. Obwohl nur als Rahmen gedacht, war das Stück plötzlich an die aktuelle Flücht- lingsproblematik angebunden und hatte „für kleine Kinder ei- ne Form, mit diesem Thema umzugehen“. Gibt es Favoriten unter ihren Puppen? Stefanie Hattenkofer muss lange überlegen. „Eigentlich mag ich sie alle. Es ist immer wieder eine Freude, sie zu treffen – und diesen Teil der eigenen Seele wiederzusehen.“

 
 
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